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Riesenbohne....

BÄCKERINNUNG Bernkastel-Wittlich

Samstag, 29. Oktober 1999

 


Riesenbohne oder Bumerang
Unter dem Namen »Brot 2000« bringt die Kreis-Bäckerinnung ein Brot mit 2000 Zutaten auf den Markt
Von unserem Redaktionsmitglied
INGE KREUTZ

So sieht es aus, das Brot 2000: Zu Testzwecken hat Raimund Licht Roggenbrot in der originellen Form gebacken. Am Computer entwarf der Bäcker aus Lieser ein Siegel für das Millenium-Brot
Foto: Clemens Beckmann

 

LIESER. Der Jahrtausend-Wechsel hat die Bäcker-Innung Bernkastel-Wittlich auf eine Idee gebracht: Sie bringt am 15. November ein »Brot 2000« auf den Markt.

Wie eine Riesenbohne sieht der Laib aus, der vor Raimund Licht auf dem Tisch liegt. Oder wie eine Mond-Sichel. »Ich würde eher sagen, er erinnert an einen Bumerang«, meint der Obermeister der Bäcker-Innung Bernkastel-Wittlich.

Nicht nur die Form des Brotes ist ungewöhnlich: Hätte jede Zutat eine andere Farbe, würde man vor bunten Punkten nur noch grau sehen. Genau 2000 Substanzen hat Raimund Licht nämlich in den Teig gerührt: neben Mehl, Wasser, Hefe und Sauerteig etwa verschiedene Tees, Schnittlauch, Rapsbio-Öl oder Quittendessert-Wein »Die gesamte Gewürzpalette ist in dem Brot vertreten, alles, was man kriegen kann«, berichtet Raimund Licht.

Die Idee stammt von Roger Winterott

Er hat sich diese Arbeit nicht gemacht, weil er mit seiner Bäckerei in Lieser nicht ausgelastet wäre, sondern um den Kunden seiner 47 Innungsmitglieder ein (Teig-)Bonbon zu bieten: das »Brot 2000«. Die Idee stammt vom Lehrlingswart der Kreis-Bäcker, Roger Winterott aus Traben-Trarbach. »Er hat uns vor einem halben Jahr auf einer Vorstandssitzung davon erzählt. Wir waren gleich begeistert«, erzählt Licht.

Drei Nachmittage war der Obermeister damit beschäftigt, alle Zutaten für das »Brot 2000« in den Computer einzugeben. Da hatten er und seine Kollegen die meiste Arbeit allerdings schon hinter sich: Die Zutaten waren nicht nur zusammengestellt, sondern auch in Verhältnis zueinander gebracht. »Das Problem ist weniger, 2000 Zutaten zusammenzubekommen, sondern, dass das Brot hinterher nicht zu intensiv schmeckt«, erklärt Licht. »Wir haben zwischen 20 und 30 Backversuchen gebraucht, bis die Mischung gestimmt hat.« Seit vergangener Woche steht die Rezeptur fest.

Und jetzt? Müssen die Innungs-Bäcker demnächst zu einer »Brot-2000«-Schulung? »Nein«, lacht Licht. »Wir werden unseren Mitgliedern eine fertige Trockenmischung mit 1996 Zutaten anbieten, die sie nur zu den üblichen Grundzutaten - Mehl, Wasser, Sauerteig und Hefe - geben müssen.« Mit 2000 Zutaten könne man nur arbeiten, wenn man eine riesige Menge mische. Die Rezeptur für das »Brot 2000« halten Licht und Co. geheim. Schwierig ist das nicht: Wer schafft es schon, sich heimlich 2000 Zutaten samt Mengenangaben zu notieren? Und wollte man dem Rezept durch Probieren auf die Spur kommen, wäre man wohl bis zum Jahr 3000 beschäftigt. Weniger sicher vor Ideen-Dieben ist dagegen der Name »Brot 2000«. Doch die Bäcker haben vorgesorgt, wie Licht berichtet: »Der Name ist inzwischen gesetzlich geschützt.«

Auf die alles entscheidende Frage weiß der Chef der Bernkastel-Wittlicher Bäcker keine klare Antwort: Wonach schmeckt das Millenium-Brot denn nun? »Wir wollten ein Brot, bei dem man das auch nach dem fünften Hineinbeißen noch nicht weiß«, sagt Licht. Das »Brot 2000 sei herzhaft, und man könne es ganz normal verwenden. »Es schmeckt genauso gut mit Marmelade wie mit Wurst.« Seine Mitarbeiter, die beim Test-Backen probieren durften, seien jedenfalls voll des Lobes gewesen.

Alle, die nicht durch einen Bäckerei-Job privilegiert sind, müssen sich noch zwei Wochen gedulden: Am 15. November wird das »Brot 2000« erstmals in den Verkaufsvitrinen von Bäckereien liegen. Wo überall, ist noch offen: Angeboten wird die Mischung allen Mitgliedern der Bäckerei-Innung im Kreis. Ob und wie viele »Brote 2000« dann in den Backöfen landen, entscheidet jedes Innungsmitglied für sich.

Nicht nur an seiner Form wird das Millenium-Brot zu erkennen sein: Raimund Licht hat eine Siegelmarke entworfen, die jeden einzelnen Laib kennzeichnen soll. »Allerdings ist es schwierig, solche Marken zu drucken, weil die Farbe lebensmittelecht sein muss. Wir stehen noch in Verhandlungen mit Druckereien.«,

Das »Brot 2000« soll auf die Bäcker-Innung aufmerksam machen. »Wir wollen für unser Handwerk werben und potentielle Auszubildende ansprechen«, erklärt Licht. »Die sollen sagen: Guck' mal, die Bäcker haben 'was Lockeres auf der Pfanne.«
Von der Aktion werden nicht nur die Bernkastel-Wittlicher Innungsmitglieder profitieren - zumindest dann, wenn es um das »Brot 2000« den Medienrummel gibt, den sich Licht erhofft: Für den 15. November habe man Journalisten aus der gesamten Bundesrepublik nach Bernkastel-Kues gebeten, um ihnen die Aktion zu präsentieren, berichtet der Bäcker-Chef. »Schließlich hat es so ein Brot in 2000 Jahren noch nie gegeben.«

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